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Vorsorge-Wiki: Die wichtigsten Grundbegriffe

AHV

AHV-Ausweis

Wenn du AHV-Beiträge einzahlst oder beziehst, dann erhältst bzw. besitzt du auch einen AHV-Ausweis. Auf diesem Ausweis sind persönliche Informationen sowie deine eigene AHV-Nummer angegeben.

AHV-Auszug

Alle, die AHV-Beiträge zahlen, haben ein individuelles AHV-Konto (je nach Arbeitgeberwechsel o.Ä. auch mehrere). Du kannst bei ahv-iv.ch jederzeit einen aktuellen Auszug deines AHV-Kontos bestellen, um einen Überblick deiner gegenwärtigen Situation zu erhalten und beispielsweise Lücken festzustellen.

Ausgleichsfonds

Ausgleichsfonds sind quasi Reserven für den Fall, wenn die AHV mal zu viel ausgibt und/oder zu wenig einnimmt. Sie gleichen Schwankungen aus und stellen sicher, dass Ausgleichskassen jederzeit die fälligen Leistungen der AHV, der IV und der EO auszahlen können.

Ausgleichskasse

Ausgleichskassen kümmern sich darum, dass die Ein- und Auszahlungen der AHV reibungslos funktionieren. Es gibt insgesamt 78 davon: Unter anderem 26 kantonale Ausgleichskassen und ebenfalls schweizweit Verbandsausgleichskassen, die für Betriebe bestimmter Branchen gegründet wurden. Ausserdem hat der Bund ebenfalls zwei Ausgleichskassen: die Eidgenössische Ausgleichskasse für das Bundespersonal und die Schweizerische Ausgleichskasse, die für alle Versicherten im Ausland zuständig ist und die freiwillige AHV organisiert.

Beitragsdauer

Die Höhe deiner AHV hängt von zwei Faktoren ab: Erstens dein durchschnittliches massgebendes Jahreseinkommen und zweitens die Anzahl Jahre, während der du AHV eingezahlt hast. Letzteres ist die Beitragsdauer. Diese ist dann lückenlos erfüllt, wenn du zum Zeitpunkt deiner Pensionierung in jedem Arbeitsjahr AHV eingezahlt hast. In diesem Fall hast du Anspruch auf eine Vollrente. Bei den Altersrenten beträgt die volle Beitragsdauer momentan 44 Jahre für Männer und 43 Jahre für Frauen. Wer du eine oder mehrere Beitragslücken aufweist, hast du lediglich Anspruch auf eine Teilrente.

Beitragslücke

Wenn du zwischen dem Anfang deines Erwerbsalters und Erreichen des Rentenalters nicht immer vollständig angestellt oder beschäftigt warst, weist du Beitragslücken auf. Konkret bedeutet das, dass du pro verpasstem Jahr durchschnittlich 2.3 % weniger AHV bekommst. Solche Beitragslücken kannst nachträglich auffüllen, wenn die Lücke maximal fünf Jahre in der Vergangenheit liegt. Weiter kannst du auch deine sogenannten Jugendjahre dazuzählen lassen, wenn du im Alter zwischen 17 und 20 eine Lehre absolviert und dabei bereits Geld verdient hast. Für beide Fälle setzt du dich am besten direkt mit deiner kantonalen Ausgleichskasse in Verbindung.

Drei-Säulen-System

Die Altersvorsorge in der Schweiz ist auf drei Säulen aufgebaut:

  1. Säule: AHV. Staatliche Grundvorsorge (für alle).
  2. Säule: Pensionskasse. Berufliche Vorsorge (vom Lohn abgezogen).
  3. Säule: Private Vorsorge (zusätzliches privates Sparen). Besteht aus Säule 3a und 3b.

Die ersten beiden Säulen sind obligatorisch, die dritte Säule ist freiwillig.

Geringfügiger Lohn

Wenn du sehr wenig verdienst, wird die AHV nicht automatisch von deinem Arbeitgeber eingezahlt. Grundregel: Beträgt dein Lohn bei einem Arbeitgeber weniger als CHF 2’300 im Jahr, werden AHV-Beiträge nur abgerechnet, wenn du dies ausdrücklich verlangst.

Solltest du beruflich im Bereich Kunst und Kultur tätig sein oder im Privathaushalt arbeiten, müssen in jedem Fall Beiträge entrichtet werden (Ausnahme: Bei Beschäftigten in Privathaushalten, die unter 25 Jahre alt sind, liegt die Grenze bei CHF 750).

Individuelles AHV-Konto

Für alle Personen, die AHV-Beiträge zahlen, führen die Ausgleichskassen ein individuelles Konto (IK), auf dem Einkommen und weitere Leistungen eingetragen werden. Du kannst durchaus auch bei mehreren Ausgleichskassen ein IK haben. Zur Berechnung der Gesamtleistungen werden dann all deine individuellen AHV-Konten mittels deiner AHV-Nummer zusammengetragen.

Maximalrente

Dies ist der gesetzlich festgelegte Höchstbetrag, den du als AHV ausgezahlt bekommst – ausgehend von deinem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen und deiner Beitragsdauer. Damit du die Maximalrente erhältst, dürfen deine AHV-Einzahlungen also keine Lücken aufweisen und ausserdem musst du immer ein Jahreseinkommen von mindestens CHF 85'320 gehabt haben. Die Maximalrente beträgt das Doppelte der Minimalrente. Momentan ist die Maximalrente für eine Einzelperson CHF 2’370 pro Monat, für Ehepaare sind dies CHF 3’555.

Plafonierung

Wenn du bei Beginn deiner Pension verheiratet bist oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebst, darf die zusammengerechnete AHV von dir und deinem Partner höchstens 150 % der Maximalrente für Einzelpersonen betragen. Wenn ihr diesen Betrag überschreitet, werden eure Einzelrenten entsprechend gekürzt.

Rentenalter

Das Alter, wo du regulär aufhörst zu arbeiten und deine Pensionierung beginnt. Gegenwärtig beträgt das ordentliche gesetzliche Rentenalter für Frauen 64 und für Männer 65 Jahre.

Rentenaufschub

Wenn du mit 64 bzw. 65 Jahren pensioniert wirst, aber noch weiterarbeiten möchtest, kannst du den Bezug deiner AHV um mindestens ein Jahr und höchstens fünf Jahre verschieben. Bei diesem sogenannten Rentenaufschub verzichtest du während der Dauer des Aufschubes auf den Bezug der Rente. Die aufgeschobene Rente kann in der Folge auf einen beliebigen Monat abgerufen werden. Dein grösster Vorteil: Du kannst Lücken in deiner AHV damit zwar nicht vollständig schliessen, aber du erhältst einen Zuschlag und somit mehr Geld für jedes Jahr, das du länger arbeitest.

Rentenvorbezug

Dies ist das Gegenteil von Rentenaufschub. Das Rentenalter in der Schweiz ist verhältnismässig flexibel. Was heissen soll: Frauen und Männer können ihre Altersrente um ein oder zwei ganze Jahre früher beziehen. Ein Vorbezug für einzelne Monate ist jedoch nicht möglich.

Säule 1

Die erste Säule ist die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV). Sie ist Teil der staatlichen Vorsorge der Schweiz und deckt für alle Einwohner das Existenzminimum ab.

Säule 2

Die zweite Säule ist die berufliche Vorsorge (BVG). Sie ist Teil der privaten Vorsorge und wird während des Berufslebens aus dem jeweiligen Lohn einer Person einbezahlt. Nach der Pensionierung steht das Geld dann zur Verfügung.

Säule 3

Die dritte Säule ist zusätzliches privates Sparen für die Rente (z.B. auf einem Bankkonto) und wird in Säule 3a und 3b unterteilt.

Säule 3a: Private Vorsorge auf einem eigens dafür angelegten Sparkonto bei der Bank oder einer Versicherung. Das Geld ist gebunden, d.h. du kannst vor der Pension in der Regel nicht frei darüber verfügen. Dafür ist dieser Teil deiner Vorsorge von der Steuer befreit, bis du das Geld bei deiner Pensionierung beziehst - und wenn du mehrere 3a-Konten anlegst, kannst du diese Steuern um einiges reduzieren.

Säule 3b: Ebenfalls private Vorsorge, die du per Bankkonto oder Versicherung machen kannst. Im Gegensatz zu Säule 3a kannst du dieses Geld auch vorzeitig beziehen. Dafür musst du es auch weiterhin voll versteuern.

Splitting

Splitting geschieht bei der Pension von Ehepaaren und eingetragenen Partnerschaften. Bei der Berechnung der Rente werden die während der Ehe- bzw. Partnerschaftsjahre erzielten Einkommen beider Ehepartner zusammengezählt und beiden je zur Hälfte gutgeschrieben. Damit du und dein Partner eure AHV jedoch teilen könnt, müsst ihr in den gleichen Kalenderjahren versichert gewesen sein.

Vollrente

Wenn du vom 1. Januar nach Vollendung deines 20. Altersjahres bis zum Beginn deiner ordentlichen Pensionierung mit 64 resp. 65 jedes Jahr die Beitragspflicht erfüllt und stets AHV eingezahlt hast, erhältst du auch die volle Rente. Falls dies nicht der Fall ist, bekommst du «nur» eine Teilrente, also einen geringeren Betrag.