FAQ

Wir haben für dich die häufigsten Fragen rund um das Thema Rente zusammengetragen.

Wer, wie, was? Das Wichtigste zur AHV

1. Säule - Was ist das?

Die 1. Säule ist Teil der staatlichen Vorsorge der Schweiz. Sie sichert das Existenzminimum im Alter und im Todesfall durch die AHV oder bei Invalidität durch die IV ab.

Wer ist bei der AHV versichert?

Alle Personen, die in der Schweiz wohnhaft und/oder erwerbstätig sind, sind obligatorisch bei der AHV versichert (also auch Kinder oder Gastarbeiter).

Für Ehepaare gilt: Wenn ein Ehepartner kein Erwerbseinkommen hat, gilt der Beitrag als entrichtet, sofern der andere Ehepartner auf seinem Einkommen mindestens den doppelten AHV-Mindestbeitrag (2019: CHF 482) entrichtet hat

Wie hoch sind die AHV-Beiträge und wer ist beitragspflichtig?

  • Erwerbstätige (inkl. Selbständigerwerbende) ab dem 18. Lebensjahr sowie Nichterwerbstätige ab dem 20. Lebensjahr. Für Ehepaare gilt: Wenn ein Ehepartner kein Erwerbseinkommen hat, gilt der Beitrag als entrichtet, sofern der andere Ehepartner auf seinem Einkommen mindestens den doppelten AHV-Mindestbeitrag (2019: CHF 482) entrichtet hat

Die AHV-Beiträge betragen 8.40 % (Stand 2019), wobei der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber je die Hälfte entrichten.

ArbeitgeberArbeitnehmerTotal
AHV4.2%4.2%8.4%
  • Der Beitrag wird vom Lohn abgezogen und über den Arbeitgeber an die Ausgleichskasse überwiesen
  • Beiträge von Nichterwerbstätigen werden aufgrund von Ersatzeinkommen und Vermögen berechnet

Wo fliessen meine Beiträge hin?

Deine Beiträge landen auf dem sogenannten individuellen Konto (IK). Auf dem IK werden jedes Jahr die beitragspflichtigen Einkommen, die Beitragszeiten und die Betreuungs- und Erziehungsgutschriften aufgezeichnet. Das IK bildet die Grundlage für die spätere Berechnung einer Alters-, Hinterlassenen- oder Invalidenrente.

Was sind Betreuungs- und Erziehungsgutschriften?

Betreuungs- bzw. Erziehungsgutschriften sind eine Art fiktives Einkommen, welches dir auf dem individuellen Konto gutgeschrieben wird, und zwar für jedes Jahr, in dem du...

a) ... Kinder unter 16 Jahren hattest (=Erziehungsgutschriften)

b) ... nahe Verwandte betreut hast, die eine Hilflosenentschädigung der AHV, IV, UV oder der Militärversicherung beziehen (=Betreuungsgutschriften)

Was ist der Unterschied zwischen dem AHV-Ausweis und dem AHV-Kontoauszug?

Wer AHV-Beiträge einzahlt oder bezieht, erhält einen AHV-Ausweis. Auf diesem sind persönliche Informationen sowie die eigene AHV-Nummer angegeben.

Der AHV-Kontoauszug ist ein Auszug aus dem individuellen Konto. Dieser kann jederzeit und kostenlos bei der zuständigen Ausgleichskasse eingefordert werden.

Was ist eine Ausgleichskasse?

Ausgleichskassen führen dezentral die Verwaltungsaufgaben der AHV durch. In der Schweiz gibt es 78 Ausgleichskassen, welche Ansprechpartner der Versicherten sind, Beiträge einfordern und Renten auszahlen.

AHV-Rente

Wann erhalte ich meine Altersrente?

Das Rentenalter in der Schweiz liegt bei 65 Jahren für Männer und bei 64 Jahren für Frauen.

Das Rentenalter in der Schweiz kann grundsätzlich flexibel gestaltet werden. Wer bezugsberechtigt ist, kann beispielsweise früher in Rente gehen oder seine Bezüge aufschieben.

💥 Damit du deine Rente pünktlich zur Pensionierung erhältst, muss dich 3-4 Monate vor dem Pensionierungsdatum bei der zuständigen Ausgleichskasse melden und die Rente beantragen. Rückwirkende Anmeldungen werden nicht zugelassen

💡 Mit der Reformvorlage "AHV 21" soll das ordentliche Rentenalter der Frauen schrittweise angehoben werden, so dass dies ebenfalls bei 65 Jahren liegt. Dies ist eine von mehreren Massnahmen, um das finanzielle Gleichgewicht der AHV bis 2030 zu sichern und das Leistungsniveau der Altersvorsorge zu erhalten.

Wie setzt sich meine Rente zusammen?

Die Höhe der Rente ist in erster Linie von der Höhe der Einzahlungen, sprich von der Höhe deines Bruttolohnes abhängig. Pro Monat erhältst Du mindestens CHF 1'185 und maximal CHF 2'370 (Stand 2019).

Was ist der flexible Rentenbezug?

Du kannst deine Rente um ein oder zwei ganze Jahre vorziehen. Ein Vorbezug der Rente bedeutet eine Rentenkürzung von 6.8 % pro Jahr. Daher lohnt sich ein Vorbezug nur, wenn man voraussichtlich weniger als 77 Jahre alt wird, wobei die durchschnittliche Lebenserwartung der Schweizer Bevölkerung mittlerweile fast bei 83 Jahren liegt. Wer sich also länger an guter Gesundheit erfreuen darf, sollte daher eher in Betracht ziehen noch länger in die AHV einzuzahlen.

Du kannst Deine Rente um ein bis maximal fünf Jahre aufschieben. Beim Aufschub verzichtest du zunächst um den Bezug deiner Rente. Dafür profitierst Du von einer erhöhten Altersrente von mindestens 5.2 % (bei einem Jahr Aufschub) und 31.5 % bei einem Aufschub von fünf Jahren. Dieser Zuschlag wird auch dann ausgerichtet, wenn deine Rente und der Zuschlag den Betrag der Maximalrente übersteigen.

Erhalte ich als verheiratetes Paar auch doppelt so viel Rente?

Ehepaare dürfen gemeinsam nur höchstens 150 % der Maximalrente (2019: CHF 3’555) pro Monat erhalten. Pro Jahr verliert ein Ehepaar somit bis zu CHF 14’220. Davon sind aktuell rund 250’000 Rentner-Ehepaare betroffen.

Beitragslücke

Wie entsteht eine Beitragslücke?

Um die monatliche Maximalrente von CHF 2’370 als Einzelperson und CHF 3’555 (Stand 2019) als Ehepaar zu erhalten, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:

  • Die AHV-Beiträge wurden ab dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Lebensjahrs bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters (bei Männern 65 Jahre, bei Frauen 64 Jahre), also insgesamt 44 beziehungsweise 43 Jahre, lückenlos gezahlt
  • Während dieser Jahre betrug das durchschnittliche Erwerbseinkommen mindestens 85’320 Franken pro Jahr

Für jedes Jahr, in dem keine AHV-Beiträge geleistet wurden, wird die Rente um 1/44 gekürzt (=rund 2.3 % weniger Rente). Die Kürzung wird bei Männern und Frauen genau gleich berechnet.

Was sind die häufigsten Gründe für die Entstehung von Beitragslücken?

✈ Längere Auslandsreisen

⏰ Sehr kurze Arbeitseinsätze

🌍 Wegzug ins Ausland

💔 Scheidung

🎓 Studium

🧓 Pensionierung Ehepartner

Kann ich eine Beitragslücke wieder schliessen?

  • Die fehlenden AHV-Beiträge können nur innerhalb von fünf Jahren nachgezahlt werden (daher wird empfohlen, regelmässig einen Auszug des individuellen Kontos bei der Ausgleichskasse einzufordern)
  • Wer zwischen dem 17. und 20. Lebensjahr eine Lehre absolviert und damit Einkommen erzielt hat, kann sich diese sogenannten «Jugendjahre» anrechnen lassen
  • Eltern profitieren von Erziehungsgutschriften für die Jahre, in denen die Kinder unter 16 Jahre alt waren (siehe Box)
  • Für Beitragslücken, die vor 1979 entstanden sind, gelten Ausnahmeregelungen